Spielbericht SIHC Thalwil vs. Schneepilze Wädenswil
28.06.2005

 

 

Das ominöse letzte Drittel

Das letzte Vorrundenspiel der Schneepilze stand an und fand auf dem Sportplatz Brand in Thalwil gegen den hiesigen Verein SIHC statt. Vom letzten Spiel wussten die Gäste, dass Thalwil nicht gerne das Spiel macht und sich gerne aufs kontern verlegt. Es sollte nun endlich der erste „richtige“ Sieg eingefahren werden um das Torverhältnis aufzupolieren. Das erste Mal in dieser Saison traten die Schneepilze fast mit Vollbesetzung an (ohne M. Lenherr und mit Ausnahme der langzeitverletzten Gürber und langzeitabwesenden Müggler).

Das Startdrittel begann mit ein wenig Abtasten auf beiden Seiten, wobei die Thalwiler bei weitem nicht so passiv und destruktiv agierten wie im Hinspiel auf dem grossen Feld in Wädenswil. Die Schneepilze nahmen bald das Zepter in die Hand und zeigten, dass sie individuell besser bestückt sind. Der verdienten Führung, folgte bald das 0:2 und Thalwil hatte sich kaum eine Handvoll Chancen erarbeiten können. Durch ein haarsträubendes Missverständnis zwischen Verteidigung und Torhüter erzielten die Platzherren sehr glücklich den Anschlusstreffer. Die Schneepilze zeigten sich aber wenig schockiert und erarbeiteten sich weitere, zum teil hochkarätige Chancen. Der gegnerische Torhüter hielt seine Vorderleute gut im Spiel, als er dann doch aus spitzem Winkel den dritten Treffer hinnehmen musste zum 1:3 Pausenstand. Einziger Wehrmutstropfen ist das verletzungsbedingte Ausscheiden von P. Lenherr, der eine Stockschaufel ins Gesicht erhielt. Diese Aktion, welche eigentlich mit einer fünfminütigen Strafe sanktioniert hätte werden müssen, blieb unbestraft, obwohl die Schiedsrichter den Vorfall gesehen haben. Gute Besserung Phil!

Es war noch nicht überragend, was die Pilze bis jetzt zeigten, aber der neutrale Beobachter ahnte schon, dass Potential für eine Steigerung vorhanden war. Die Gäste knüpften im Mitteldrittel wieder da an, wo sie aufgehört hatten und erzielten sogar ein Tor in Unterzahl. Beim Stand von 5:1 für die Pilze kam, was sie eigentlich vermeiden wollten. Einige Spieler waren nicht mehr ganz so konzentriert in der Defensive und die Thalwiler kamen dadurch besser ins Spiel und hatten Zeit und Raum, ihre Schüsse abzugeben. Die daraus resultierenden Treffer, zwei an der Zahl, brachten den SIHCT wieder zurück ins Spiel und liess sie wieder hoffen. Die Schneepilze spielten im gleichen Stil weiter, offensiv stark und Chancen kreierend, defensiv zu passiv und ohne den – auch für die ZIHL – nötigen Biss. Somit ist es nicht verwunderlich, dass dieses Drittel nur mit 4:6 zugunsten des Meisters entschieden wurde.

Die Schneepilze wussten, dass es eine Steigerung v. a. in defensiver Hinsicht braucht, um ein befriedigendes Resultat zu erreichen. Gürber offerierte, im Falle eines 10:0 im letzten Drittel, der ganzen Mannschaft einen Beefy Original. Dieses Angebot verlieh den Spielern scheinbar Flügel. Obwohl sich die Thalwiler zu Beginn des Schlussabschnittes nicht versteckten, rissen die Schneepilze das Spiel an sich und diktierten nun das Spielgeschehen. Sie spielten technisch einwandfreies Hockey und zelebrierten schöne – gelegentlich zu verschnörkelte – Spielzüge, die bald zu drei Toren führten. Nach dem Seitenwechsel im letzten Drittel gaben sich die Thalwiler grösstenteils auf, bzw. gingen nicht mehr mit dem gleichen Elan zur Sache, was durchaus verständlich war. Auch konnten sie die scheinbar endlos peitschenden Angriffe kaum stoppen. Dies ermöglichte den Schneepilzen eine bessere Trainingseinheit zu absolvieren und sie erzielten aus allen Winkeln ihre Tore, fünf Stück in den letzten 10 Minuten. Das war das beste Drittel seit langer Zeit und Gürber sah man die Erleichterung an, dass nicht zehn Tore erzielt wurden!

Sobald die Schneepilze konzentriert hinten arbeiten und vorne konsequent den Abschluss suchen, wird es für jedes Team in der ZIHL schwierig mitzuhalten. Wenn sie sich sogar in einen rauschähnlichen Zustand spielen können, kann einem der gegnerische Torhüter nur Leid tun. Endlich zeigten die Schneepilze phasenweise, wozu sie fähig sind, wenn alle am gleichen Strick ziehen. Leider ist ein Resultat mit 12 Toren Unterschied nicht unbedingt wünschenswert in einer einigermassen ausgeglichenen Liga. Für den aktuellen Meister ist es eine Moralspritze im Bezug auf die Torproduktion, welche in dieser Saison erst seit dem Spiel in Hütten angelaufen ist. Nun haben die Pilze in den letzten drei Spielen zwar 40 Tore erzielt, leider auch 15 erhalten, was eindeutig zu viel ist. Nun folgt die Sommerpause, in der die Schneepilze zwei Turniere bestreiten werden, das erste am 22.-24. Juli in Bräunlingen D und das zweite vom 5.-7. August in Schellenberg FL. Nach der Sommerpause wird dann wieder Jäger das Tor der Schneepilze bis zum Saisonende (und hoffentlich sechsten Titel) hüten.

SIHC Thalwil vs. Schneepilze Wädenswil

5 : 17 (1:3, 4:6, 0:8)

 

Schneepilze: Tobler; Tremonte (1 Tor), Pulver (1), Köchli (4); Schmutz (1), Streiff (1), Futscher (3); Adams (2), Priester (3), P. Lenherr; Hutter (1)