Glanzvoller Sieg – Schmachvoll Niederlage

29.05.2005

 

Bei wunderschönem Frühsommerwetter um die 30°C verloren sich fünf Feldspieler und ein Torhüter der Pilze im heimischen „Stadion“ Eidmatt. Eigentlich waren es nur vier Feldspieler, denn Jäger, als Noch-Franzose in der Schweiz Ferien machend, ist ein waschechter Torhüter und wird diese Position ab Ende August wieder einnehmen. Doch wegen Spielermangel musste auf jede verfügbare Kraft zurückgegriffen werden. Dies war auch nötig, denn der Gegner trat mit elf (!) Feldspielern und zwei Goalies an und das liess vermuten, dass sie den Sieg unbedingt wollten.

Während man sich bei den Schneepilzen wunderte, dass bei perfektem Badewetter so viele Langnauer nichts besseres vor hatten als in heisse, stinkende Ausrüstungen zu steigen, liess auch der eine oder anderer Langnauer durchblicken, dass er durchaus nicht hoch motiviert war, auf dem 50 Grad heissen Asphalt rumzukurven.

Wie dem auch sei, den Pilzen war klar, dass es hart werden würde, mit nicht einmal zwei ganzen Blöcken. Also mussten Kräfte gut eingeteilt und die Risikofreude bei Kontern abgesprochen werden. Im ersten Drittel gestaltete sich das Spielgeschehen recht ausgeglichen, mehrheitlich machten jedoch die Langnauer das Spiel, obwohl auch die Platzherren zu einzelnen Chancen kamen. Je länger das Spiel dauerte, desto stärker fiel der Druck der - logischerweise kaum erschöpften – Langnauer aus. Ein Hocheckschuss brachte dann die Führung der Stars und war gleich bedeutend mit dem Resultat nach dem ersten Drittel.

Die allgemeine Parole fürs Mitteldrittel lautete: Ausgleich! Von einem möglichen 0:2 Rückstand war in der Pause gar nie die Rede, das spricht eindeutig für das ungebrochenen Selbstvertrauen und erinnert an die Schlacht von Morgarten anno 1315, als 3000 Eidgenossen 10'000 Habsburger in die Flucht schlugen (oder waren es 300 gegen 100'000?)! Die Langnauer machten von allem Anfang an (Zitat: Dani Wyler/SF DRS) Druck auf das Tor der Pilze und versuchten vehement die Führung auszubauen. Die Wädenswiler hielten mit Einsatz, Geschick und Paraden dagegen. Bei einer Strafe gegen Langnau konnten die Pilze das erste Mal selber das Spiel machen. Nicht nur das; weil die Unterzahlformation der Stars nicht gerade brillierte und die Wädenswiler zudem Ball und Gegner laufen liessen, erzielten sie sogar den Ausgleich! Dabei blieb es – vorerst. Langnau machte zwar während dem ganzen Drittel das Spiel und wechselte den Torhüter, damit sich Andreas Abler nur aufs Coaching konzentrieren konnte. Langnau kesselte die Pilze regelrecht ein und liess sie kaum zu Chancen kommen, aber das nützte ihnen letztlich nichts. Bemerkenswert war, dass während eines Timeouts der Stars, die Pilze die Zeit nutzten um ein Teamphoto zu machen, anstatt taktisches Vorgehen zu besprechen.

Während der letzten Pause im erschöpften Zustand wollten einige Pilze schon das Unentschieden anbieten und dieses als faires Resultat hinnehmen. Die Stars wären sowieso nicht auf so einen Bestechungsversuch eingegangen. So begann das letzte Drittel so, wie das mittlere endete, mit Druck der Langnauer und einem Tor für die Schneepilze! Mit dem hatten die Gäste nicht gerechnet und während sie sich vom Schock erholten, schlug es erneut ein. Nun war die Konzentration flöten bei den Langnauern und Wädenswil erzielte ein herrliches Tor zum 4:1, die Entscheidung rund sieben Minuten vor Schluss. Die Stars gaben immer noch nicht auf und versuchten noch ein Tor zu erzielen. Ein gigantischer Abwehrfehler, als ein Schneepilz beim Befreiungsversuch den Ball einschussfertig dem Gegner in den Slot servierte, brachte die Langnauer noch mit 2:4 ran. Nun setzten sie alles auf eine Karte und nahmen den Torhüter zugunsten eines vierten Feldspielers raus. Wie so oft kam, was kommen musste: ein Wädenswiler brachte den Ball unter Kontrolle und erzielte über das ganze Feld hinweg gekonnt das 5:2 kurz vor Abpfiff.

Das war ein wichtiger Sieg, sowohl im Bezug auf die Tabelle, als auch für die Moral. Jeder einzelne Spieler gab sich Mühe, defensiv perfekt zu stehen und auch der Torhüter zeigte eine sehr gute Leistung. Etwas Glück war auch dabei, doch das gilt für beide Seiten. Dieses Spiel war eines der besten, was Taktik und Spielverständnis angeht und zeigt, dass Wädenswil auch in dieser Besetzung meisterlich spielen kann. Für Langnau ist es beschämend, dass sie nicht mehr aus ihren Möglichkeiten und ihrem deutlichen Übergewicht an Kräften gemacht haben. Aus rund 80% Ballbesitz und einem vielfachen an Möglichkeiten machten sie nur zwei Tore, das reicht nicht, um vorne mitzuspielen.

Wädenswiler Schneepilze vs. IHC Langnau Stars 5:2 (0:1,1:0,4:1)

Schneepilze: Tobler; Schmutz, Köchli (1 Tor), Lenherr (2), Tremonte (1), Jäger (1)