Da sich der Saisonauftakt zur Meisterschaft zum einen wegen des vielen Schnees, andrerseits mangels Gegner und spielfreien Wochenenden um rund einen Monat verschoben hat, sollte dieses Turnier die ersten Ernstkämpfe bringen. Die teilnehmenden zwölf Mannschaften wurden in zwei Sechsergruppen eingeteilt, wovon die je vier Erstplatzierten die Viertelfinals bestreiten durften. Die Schneepilze wurden in die deutlich stärkere Gruppe A eingeteilt, zusammen mit Vize-Schweizermeister der IHS, dem HC Laupersdorf und dem Schweizermeister der FSIH, dem westschweizer Pendent auf dem Kleinfeld. Dazu kamen noch die Wengi Devils, Roadrunners Oensingen und die Muttenz Tigers, bis auf die Muttenzer alles spiel- und schussstarke Teams.
Nachdem sich alle Schneepilze versammelt haben und auch die um über eine halbe Stunde (!) verspäteten eingetroffen sind, konnte die anderthalb Stunden lange Fahrt in Angriff genommen werden. Tobias „Trüller“ Priester feierte seinen Einstand bei den Schneepilzen und führte sich gut ins Team ein. Bis auf uns Schneepilze hatten alle anderen Teams einen kurzen Anfahrtsweg und mit unserem Dialekt fielen die Schneepilze auf wie „äs Füür idä Nacht“. Die Wetterfee meinte es sehr gut mit den Organisatoren des Turniers und sorgte für einen wunderschönen Frühlingstag mit Sonnenschein, der manchem Spieler ein verbranntes Gesicht bescherte.
Das erste Spiel war jenes gegen die Devils aus Wengi und da die Schneepilze als „Schweizermeister ZIHL“ angepriesen wurde, anstatt mit „Meister einer unbedeutenden Regionalliga“ waren doch einige Augenpaare auf sie gerichtet. Noch ohne Ernstkampf und mit sichtlicher Mühe, sich dem vier gegen vier Spielsystem auf dem relativ kleinen Feld anzupassen, fanden die Schneepilze zu keinem Rhythmus. Die Folge war, dass die Devils ihr Spiel aufziehen konnten und die Schneepilze richtig an die Wand spielten. Dazu kam noch, dass die Regeln Freistösse wie im Fussball erlaubten, was die Pilze jeweils verunsicherte. Die 0:4 Niederlage fiel zwar um ein, zwei Tore zu hoch aus, aber unverdient war sie nicht. Nun waren die Wädenswiler doch ein wenig frustriert, doch sie wussten auch, dass sie besser waren als dieses Resultat zeigte. Der Teamgeist stimmte auf jeden Fall!
Zum zweiten Spiel traten die Pilze gegen die Roadrunners aus Oensingen an. Nun agierten die Pilze etwas besser, sie standen jetzt sicherer mit vier Feldspielern und machten vor allem defensiv ein gutes Spiel. Leider klappte es mit dem Herausspielen der Torchancen noch nicht so wie gewünscht, doch für ein Tor reichte es allemal. Die Pilze hielten hinten dicht und sicherten sich den ersten Sieg gegen einen der Schwächeren dieser Gruppe mit 1:0.
Das letzte Spiel des Tages bestritten die Schneepilze gegen den HC Laupersdorf, der „Talrivale“ von Welschenrohr und hoher Favorit, auch für den Turniersieg. „Defense first“ war denn auch das Motto für das Spiel gegen die Laupersdorfer und diese Zielvorgabe wurde sehr gut umgesetzt. Hinten wurde so gut es ging dicht gemacht, nach vorne passte zwar zu Beginn auch nicht viel zusammen, aber mit etwas Geduld und dem Wädenswiler Konterspiel könnte es klappen. Im psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause erzielten die Pilze das viel umjubelte Tor zu Führung. Nach dem Seitenwechsel drückte Laupersdorf auf den Ausgleich und setzte die Wädenswiler stark unter Druck. Hinten wurde aber dicht gehalten und der Sieg, der zur Qualifikation für das Viertelfinale reichen sollte, unter Dach und Fach gebracht, wieder mit 1:0.
Am Abend war die Mehrheit der Spieler zu müde um etwas zu unternehmen. Einzig vier tapfere „Krieger“ wagten sich ins Solothurner Nachtleben und liessen es sich gut gehen, übertrieben mit dem Konsum haben sie es aber nach eigener Aussage nicht. Am Morgen waren die vier aber bereits wieder munter und verspeisten Rühr- und Spiegeleier en Masse.
Das erste Sonntagsspiel gegen den schwächsten Gruppengegner Muttenz Tigers war perfekt um wieder ins Spiel zu kommen. Die Schneepilze dominierten weitgehend und gewannen souverän mit 4:0 Toren, damit war das Torverhältnis wieder positiv und der SHC Rossemaison konnte kommen.
Das letzte Gruppenspiel gegen einen weiteren Turnierfavoriten stand im Zeichen der Revanche aus der IHCC des Jahres 2001, als man gegen Rossemaison nach einer 4:2 Halbzeitführung ohne den Hauch einer Chance noch 5:8 verlor. Doch diese Mannschaft war nicht unantastbar, zumal sie bereits zwei Spiele verloren haben. So waren es die Schneepilze, welche mehr fürs Spiel taten und verdient in Führung gingen. Die Wädenswiler blieben konzentriert, denn der Gegner verfügte über sehr schussstarke Spieler, die jederzeit treffen konnten. Doch die Schneepilze konterten die Romands aus und erhöhten zum 2:0 Schlussstand. Damit stand der zweite Gruppenrang fest und die Pilze trafen nun im Viertelfinal auf den SHC Court ebenfalls aus der Romandie.
Von diesem Team fiel nur der Torhüter auf, der in einer anderen Welt zu leben schien. Jedenfalls hatten die Schneepilze das Spielgeschehen jederzeit im Griff, wenn sie auch etwas sehr offensiv agierten. Ein 5:2 Sieg war die Folge und der Einzug ins Halbfinale stand fest.
Im Halbfinale warteten die Wengi Devils, an denen erfolgreich Revanche für die Startniederlage genommen werden sollte. Das Spiel war ausgeglichen mit leichten spielerischen Vorteilen für Wädenswil. Der Führung folgte bald der Ausgleich. Der erneuten Führung durch die Pilze hatten die Devils nicht mehr viel entgegen zu setzten, es reichte nur noch für wütende, unkontrollierte Angriffe und Schüsse aus der Distanz. Dadurch bot sich Platz an zum Kontern, was die Schneepilze durchaus beherrschen. 3:1 war dann der Endstand. Der Finaleinzug war geschafft!
Im Finale standen die Schneepilze wieder dem HC Laupersdorf gegenüber, die ihrerseits im Halbfinale den SHC Rossemaison besiegten. Alle vier Halbfinalisten kamen aus der gleichen Gruppe A, was darauf schliessen lässt, dass die Gruppe B bewusst schwächer eingeteilt wurde, um dem Heimteam, den Wild-Cats auf die Sprünge zu helfen. Diese verloren nach guter Leistung gegen den Talrivalen aus Laupersdorf im Viertelfinale.
Zu Beginn des Spiels hatten die Schneepilze mühe zu ihrem Spiel zu finden, da die Laupersdörfer druckvoll aufspielten und viele Schüsse abgeben konnten. Wädenswil hielt in dieser schwierigen Phase dicht und zeigte erstaunlich viel Geduld. Einen der wenigen Entlastungsvorstösse der Pilze wurde sogleich in die Führung umgemünzt. Laupersdorf zeigte sich aber weiterhin wenig beeindruckt vom ZIHL – Meister und powerte weiter. Als dann noch eine etwas kleinliche Strafe gegen Wädenswil ausgesprochen wurde, konnte im dritten Nachschuss ausgeglichen werden! Dies kurz vor dem Seitenwechsel, das war hart! Doch die Schneepilze zeigten in der zweiten Hälfte eine kompaktere Leistung und erzielten früh die erneute Führung im Powerplay. Noch waren zehn Minuten zu spielen und von Vorsprung verwalten konnte bei diesem Spielstand und Gegner keine Rede sein. Laupersdorf drückte, schoss und kämpfte und schliesslich nützten sie eine leichte Konfusion in der Wädenswiler Verteidigung zum neuerlichen Ausgleich aus. Die Schneepilze zeigten sich indes nicht geschockt und hielten dagegen. Ein verdeckter, genauer Schlagschuss des vorpreschenden Verteidigers in die untere Ecke brachte die 3:2 Führung rund fünf Minuten vor Schluss. Genug Zeit also für Laupersdorf dies aufzuholen. Eine Schrecksekunde und ein Aufschrei des ganzen Publikums ertönte bei einer Chance für Laupersdorf, als der Ball nach einer Chance langsam auf die Torlinie zurollte und ein Schneepilz die Kugel in extremis mittels Hechtsprung auf der Linie klärte. Natürlich wollte der Gegner den Ball im Tor gesehen haben, doch die allgemein sehr guten Schiedsrichter haben richtig entschieden, was auch diverse Zuschauer bestätigt haben. Dies war zwar nicht die letzte Möglichkeit zum Ausgleich, jedoch die letzte Grosschance, alle weiteren wurden zunichte gemacht. Der Sieg war perfekt! Für Laupersdorf war es die zweite Finalniederlage in Folge, wenn man die IHS – Saison 2004 dazu nimmt, bereits die dritte.
Etwas überraschend aber mit einer guten Teamleistung haben sich die Schneepilze den schönen Pokal aus dem Kanton Solothurn geholt. Tobias „Whiskytrüller“ Priester hat sich sehr gut ins Team integriert und zeigte eine wirklich gute Leistung. Die Schneepilze bedanken sich bei der Gemeinde Welschenrohr, dem Heimteam Wild-Cats und den Organisatoren für den reibungslosen Ablauf des Turniers. Ein Dankeschön geht auch an die souveränen Schiedsrichter, das Gasthof Kreuz, den Helferinnen und Helfern und natürlich an die (zumindest gegenüber uns) sehr fairen Gegner. Danke auch an die (weibliche) Unterstützung von der Heimat, welche sehr zahlreich (2) erschien!
Resultatübersicht: (http://www.ihc-wild-cats.ch/WildCatsCup.htm)
Gruppenspiele Gruppe A:
Vs. IHC Wengi Devils 0:4
Vs. IHC Oensingen 1:0
Vs. HC Laupersdorf 1:0
Vs. Muttenz Tigers 4:0
Vs. SHC Rossemaison 2:0
Viertelfinal
Vs. SHC Court 5:2
Halbfinal
Vs. IHC Wengi Devils 3:1
Final
Vs. HC Laupersdorf 3:2
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